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Kärnten feierte 100 Jahre Volksabstimmung
2020-10-10 20:08

Kärnten feierte 100 Jahre Volksabstimmung

 


Am 10. Oktober 2020 - genau 100 Jahre nach der Volksabstimmung - fand im Landhaus in Klagenfurt die Landesfeierlichkeit statt, an der auch die höchsten Vertreter Österreichs und Sloweniens, Alexander Van der Bellen und Borut Pahor, teilnahmen.

Im Zeichen der Versöhnung und des Blicks in die gemeinsame Zukunft fand die Jubiläumsfeiert statt, die als Höhepunkt der ganzjährigen Initiative des Landes Kärnten unter dem Titel "CARINTHI2020" gilt. Die außerordentliche Bedeutung der gemeinsamen Feier wurde durch eine große Anzahl an Ehrengästen unterstrichen, darunter Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der slowenische Präsident Borut Pahor, die österreichische Ministerin für Frauen und Integration Susanne Raab, Vizekanzler und Minister für Kunst, Kultur, öffentliche Verwaltung und Sport Werner Kogler, die Bundesministerin Elisabeth Köstinger, Landeshauptmann Peter Kaiser, alle Mitglieder der Kärntner Landesregierung, die Vertreter der slowenischen Volksgruppe in Kärnten und die Schriftstellerin Maja Haderlap.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen entschuldigte sich in seiner Rede bei den Kärntner Slowenen für die Ungerechtigkeiten und Verzögerungen bei der Umsetzung ihrer zugesicherten Rechte. Er zitierte Artikel 8 des österreichischen Verfassungsgesetzes und die Bedeutung des Schutzes der Minderheitensprachen und der Existenz der Volksgruppen.

„Die gemeinsame Feier basiert auf europäischen Werten wie Respekt, Frieden, Integration und Zusammenarbeit. Die Zeremonie am 10. Oktober in Kärnten entspricht voll und ganz diesen Werten", sagte der slowenische Präsident Borut Pahor.

Landeshauptmann Peter Kaiser betonte, dass das Gemeinsame stets vor das Trennende zu stellen sei. "Und das bedeutet, den Blick für eine gemeinsame Zukunft in einem gemeinsamen, in Vielfalt geeinten, mehrsprachigen Europa zu öffnen!" sagte Kaiser in beiden Landessprachen.

Der Obmann des Zentralverbands slowenischer Organisationen (ZSO) Manuel Jug sprach im Namen der Kärntner Slowenen folgende Worte, für die er langen Applaus erntete:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, spoštovani gospod predsednik, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Regierungsmitglieder!
Sehr geehrte Fest- und Ehrengäste, liebe Kärntnerinnen und Kärntner!
Spoštovani častni gostje, spoštovane prebivalke in prebivalci Dežele Koroške!

„Wir stehen heute hier, denn auf den Tag genau 100 Jahre ist es her, dass die Südkärntner Bevölkerung dazu aufgerufen war, sich in einer demokratischen Abstimmung zu entscheiden, zu welchem Land sie gehören möchte. Es war dies ein historischer Akt der Selbstbestimmung, der anerkannt werden muss und nicht in Zweifel gestellt werden darf.
Dieser Tag vor 100 Jahren hat seinen Schatten bis weit in die darauffolgenden Jahrzehnte geworfen. Die Volksabstimmung wurde sowohl von den Nationalsozialisten wie auch von den Kommunisten missbraucht. Diese beiden Pole und die geschürten Missdeutungen der Volksabstimmung haben das Denken der Bevölkerung viel zu viele Jahre geprägt.
Der Volksgruppenkonfikt in Kärnten führte schon im 19., insbesondere aber im 20. Jahrhundert zu viel gegenseitigem Misstrauen, Hass und Anfeindungen. Die slowenische Sprache wurde abgewertet, obwohl die Volksgruppe mit ihrer Geschichte ein fester Bestandteil der Kärntner Identität war und ist.
Heute aber befnden wir uns in einer Situation, in der die großen Konflikte überwunden sind und zunehmend neue Perspektiven eingenommen werden. Die Lösung der Ortstafelfrage inklusive der Öffnungsklausel war ein Kompromiss und dennoch ein historischer Schritt. Viele mutige und notwendige Schritte mussten gesetzt werden, damit sich das Klima in diesem Land entscheidend verbessern konnte. Hierbei gilt der Dank auch dem offiziellen Kärnten, das sich vorbildlich für die Belange der slowenischen Volksgruppe einsetzt und die Zweisprachigkeit, beispielsweise im Rahmen von CARINTHIja 2020, auch vorlebt. Aber auch unzählige verbindende Veranstaltungen, wie auch Initiativen, wie »Guten Abend, Nachbar/ dober vecer, sosed« sowie die Kärntner Konsensgruppe, haben Stück für Stück dazu beigetragen, dass Vorurteile abgebaut und Vertrauen geschaffen werden konnte.
Der Aspekt, dass vor kurzem die Erhöhung der Volksgruppenförderung bekanntgegeben wurde ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, der das Bekenntnis der österreichischen Bundesregierung zum Erhalt der sprachlichen und kulturellen Vielfalt, wie sie durch die autochthonen Volksgruppen zum Ausdruck kommt, unterstreicht.

Na Koroškem dandanes vsekakor ni več v ospredju konflikt. Število prijav k dvojezičnemu pouku  narašca, kar je izraz tega, da se vedno več nemško govorečih staršev odloči, da se bo njihov otrok naučil slovensko in tako doraščal dvojezično. Izziv, ki v prihodnosti čaka vse Korošice in vse Korošce, je, da ohranimo slovenski jezik in kulturo – pozitivno in optimistično. Zgodovine se moramo spominjati na dialoški način, nikoli pa je ne smemo pozabiti. Ne trdim, da je danes vse urejeno in rešeno, še vedno imamo nekaj odprtih vprašanj. Prav te odprte teme, vključno z določili člena 7 Avstrijske državne pogodbe, pa moramo usklajevati v naših dveh najvažnejših gremijih, v sosvetu pri Uradu zveznega kanclerja ter v dialogforumu, in tako v konsenzu doseči potrebne rešitve; danes je čas, v katerem živimo, popolnoma drugačen: živimo namreč v miru in v skupni Evropski uniji.
V preteklosti so nas vse preveč delili etnični konflikti. Dandanes pa smo vsi – večina in manjšina – soočeni z novimi izzivi. Vsi skupaj smo del nekega večjega sveta, vsepovsod smo soočeni z jezikovno in s kulturno raznolikostjo, na naš jezik in kulturo pa močno vplivata tudi digitalizacija in globalizacija. Gradimo še naprej mostove in si – v duhu sožitja, miru in sprave – ne prenehajmo prizadevati za skupno Koroško.

Ich bin davon überzeugt, dass das Bewahren und Öffnen die neue Herausforderung sind, die sowohl Minderheit als auch Mehrheit betrifft. Gemeinsam müssen wir uns sowohl der Vergangenheit wie auch der Zukunft stellen. Wir brauchen Versöhnung, Empathie und das Aufeinander-Zugehen. Wir brauchen einfach Liebe. Und Liebe ist nach Adelbert von Chamisso kein Solo, sondern ein Duett. Machen wir ein Duett nicht nur beim Singen, sondern überall dort, wo wir, Kärntnerinnen und Kärntner, zusammenleben sowie mutig und optimistisch Zukunft gestalten.

Dankeschön! Hvala lepa!“

Foto-Copyright: ©LPD Kärnten/Bauer bzw. Fritz

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